Kriegsbeginn 1914
Start of war 1914
Zwischen dem 1. und 3. August 1914 erklärte das deutsche Kaiserreich Russland und Frankreich den Krieg. Kriegsbegeisterung und Nationalismus kennzeichneten die deutsche Gesellschaft.
August 1 to 3 1914: The German Empire declared war on Russia and France. Enthusiasm for the war and nationalist fervor gripped German society.
Ausschnitt aus einer Propagandazeitschrift, die die Kriegsbegeisterung im August 1915 darstellt. © AMA
Detail from a propaganda magazine showing the enthusiasm for the war in August 1914 © AMA
Dachau 1915
Dachau 1915
Baubeginn der Pulver- und Munitionsfabrik
Construction of Gunpowder and Munitions Factory
In Dachau setzte im Sommer 1915 der Bau der Königlich-Bayerischen Pulver- und Munitionsfabrik ein. 1933 wurde auf diesem Gelände das Konzentrationslager Dachau eröffnet.
In Dachau building work began on the Royal Bavarian Gunpowder and Munitions Factory in the summer of 1915. In 1933 the Dachau concentration camp was opened on the grounds of the meanwhile disused factory.
Dachau 1916
Dachau 1916
Betriebsbeginn der Pulver- und Munitionsfabrik
Start of operation
Im Oktober 1916 nahm die Königlich Bayerische Pulver- und Munitionsfabrik Dachau ihren Betrieb auf.
In October 1916 the Royal Bavarian Gunpowder and Munitions Factory Dachau commenced operations.
Südtor der ehemaligen Fabrik im Jahr 1920 © StadtA Dachau, III/A 483
South gate of the former Gunpowder and Munitions Factory in 1920 © StadtA Dachau, III/A 483
Schlacht um Verdun
The Battle of Verdun
Am 21. Februar 1916 begann die Schlacht von Verdun. In dem 10-monatigen Stellungskrieg verloren etwa 800.000 Menschen ihr Leben. In der anfangs kriegsbegeisterten deutschen Gesellschaft stellte sich allmählich Ernüchterung ein.
The Battle of Verdun began on February 21 1916. Some 800 000 men lost their lives in the 10-month long attritional trench warfare. Initially enthusiastic, German society gradually became disillusioned.
Die Überreste des Dorfes Haucourt bei Verdun (1916)
The remains of the village of Haucourt near Verdun (1916)
Ende des Ersten Weltkriegs
End of the First World War
Die militärische Führung des deutschen Reiches gab im Spätsommer 1918 den Krieg verloren. Die Kampfhandlungen wurden mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens am 11. November 1918 in Compiègne beendet. Zur Bilanz des Ersten Weltkriegs gehören etwa 10 Millionen Todesopfer und Millionen von verwundeten, verstümmelten und traumatisierten Menschen.
In late summer 1918 the military leadership of the German Reich considered the war lost. In November 1918 a revolt in Kiel against a militarily futile dispatch order for the navy sparked a generally bloodless revolution. Fighting came to an end with the signing of a ceasefire on November 11 1918 in Compiègne. The First World War cost 10 million lives and left millions wounded, maimed, and traumatized.
Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens zwischen Frankreich, Großbritannien und dem Deutschen Reich in einem Eisenbahnwaggon in Compiègne.
Signing of the ceasefire between France, Great Britain, and the German Reich in a railway carriage in Compiègne.
Dachau 1918
Dachau 1918
Arbeitsplätze
Jobs
Bei Kriegsende arbeiteten etwa 7.000 bis 8.000 Männer und Frauen in der Dachauer Pulver- und Munitionsfabrik.
By the end of the war some 7000 to 8000 men and women were working in the Dachau gunpowder and munitions factory.
Arbeiterinnen in der Fabrik (1914–1918) © StadtA Dachau, Slg. 221
Women working in the factory (1914–1918) © StadtA Dachau, Slg. 221
Kriegsfolgen
Consequences of the war
Der Erste Weltkrieg (1914–1918) forderte mehr als 10 Millionen Tote.
The First World War (1914–1918) claimed more than 10 million lives.
Zentraler Kriegsgräberfriedhof der Schlacht um Verdun bei Douaumont © WikiCom, J. Nitzsche
The main war cemetery of the Battle of Verdun in Douaumont © WikiCom, J. Nitzsche
Novemberrevolution
November Revolution
Aus dem Matrosenaufstand in Kiel gegen einen militärisch sinnlosen Auslaufbefehl für die Flotte, kam es im November 1918 zur weitgehend unblutigen Revolution.
In November 1918 a revolt in Kiel against a militarily futile dispatch order for the navy sparked a generally bloodless revolution.
Revolutionäre Soldaten mit der Roten Fahne am 9. November 1918 vor dem Brandenburger Tor in Berlin. © BA Berlin, Bild 183-B0527-0001-810
November Revolution 1918: revolutionary soldiers with a red flag on November 9 in front of the Brandenburg Gate in Berlin. © BA Berlin, Bild 183-B0527-0001-810
Die Weimarer Republik
The Weimar Republic
Am 9. November 1918 musste Kaiser Wilhelm II. abdanken. Der SPD-Politiker Philipp Scheidemann rief die Weimarer Republik in Deutschland aus. Friedrich Ebert (SPD) wurde Reichspräsident. Der neue demokratische Staat garantierte allen Bürgern, Männern wie Frauen die politische Gleichberechtigung.
On November 9 1918 Kaiser Wilhelm II was forced to abdicate. The Social Democrat Philipp Scheidemann declared the founding of a republic in Germany. Friedrich Ebert (SPD) was named Reich President. The new democratic state guaranteed all citizens, men and women alike, political equality.
Philipp Scheidemann ruft die Republik aus.
© BA, Bild 175-01448
rechts: Reichspräsident Friedrich Ebert
Philipp Scheidemann declares the republic © BA, Bild 175-01448 right: Reich President Friedrich Ebert
In Bayern wurde bereits am 7. November 1918 die bayerische Monarchie gestürzt und Bayern zum Freistaat erklärt. Bei den bayrischen Landtagswahlen im Januar 1919 wurde die bürgerlich-konservative Bayerische Volkspartei (BVP) die stärkste politische Kraft. Die radikalen Nationalisten bekämpften den neuen Staat. Die demokratischen Kräfte verloren an Einfluss.
In Bavaria the monarchy had already been overthrown on November 7 1918 and Bavaria declared a free state. At the Bavarian state elections held in January 1919, the bourgeois-conservative Bavarian People’s Party emerged as the strongest political power. The radical nationalists fought the new state. The democratic parties lost ground.
Friedensvertrag von Versailles
Versailles Peace Treaty
Der Versailler Friedensvertrag vom 28. Juni 1919 schrieb Deutschland und seinen Verbündeten die alleinige Verantwortung für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu. Deutschland musste Gebietsabtretungen und Reparationszahlungen an die Siegermächte leisten und militärisch abrüsten. Die deutsche Wirtschaft wurde erheblich geschwächt.
The Versailles Peace Treaty signed on June 28 1919 gave Germany and its allies sole responsibility for the outbreak of the war. It also set out substantial cession of territories, military disarmament, and reparation payments to the victorious powers. The Germany economy was considerably weakened.
Die Unterzeichnung des Friedensvertrags im Spiegelsaal von Versailles (Ölgemälde von William Orpen)
The signing of the peace treaty in the hall of mirrors at Versailles on June 28 1919 (oil painting by William Orpen)
Dachau 1919
Dachau 1919
Demontagen
Dismantling
Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrags musste die Produktion in der Dachauer Pulver- und Munitionsfabrik eingestellt, die Fabrikanlage demontiert werden. Etwa 8.000 Arbeitskräfte verloren ihre Arbeit.
Under the terms of the Versailles Treaty, production at the Dachau Gunpowder and Munitions Factory was ceased and the plant dismantled. Some 8000 people lost their jobs.
Die Dolchstoßlegende
The stab-in-the-back myth
Die Mehrheit der Deutschen empfand den Versailler Friedensvertrag und seine Auflagen als illegitim und demütigend. Die von der deutschen Obersten Heeresleitung verbreitete Dolchstoßlegende verschärfte zusätzlich das politische Klima in Deutschland. Sie besagte, das deutsche Heer sei „im Felde unbesiegt“ geblieben und habe erst durch oppositionelle „vaterlandslose“ Zivilisten und Politiker aus der Heimat einen „Dolchstoß von hinten“ erhalten. Insbesondere diese Legende begünstigte den Aufstieg der Nationalsozialisten.
The majority of Germans felt that the treaty and its conditions were illegitimate and humiliating. Spread by the German Supreme High Command, the stab-in-the-back myth further aggravated the already tense political climate in Germany. The myth claims that the German Army remained “undefeated on the battlefield”, only to be “stabbed in the back” by “unpatriotic” civilians and politicians at home. The “stab-in-the-back” myth contributed greatly to the rise of the Nazis.
Verbreitung der Dolchstoßlegende durch die nationalistischen Süddeutschen Monatshefte 1924. © AMA
The nationalist Süddeutsche Monatshefte spreads the “stab-in-the-back” myth, 1924. © AMA
Die Weimarer Republik
The Weimar Republic
Die so genannte Weimarer Republik (1918–1933) war die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland. Sie endete mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933.
The Weimar Republic (1918–1933) was the first ever parliamentary democracy in Germany. It ended with the appointment of Adolf Hitler as Reich Chancellor on January 30 1933.
Verfassungsfeier im Reichstag (1925) © BA, Bild 102-01724
Ceremony in the Reichstag celebrating the constitution (1925) © BA, Bild 102-01724
Krisenjahre der Republik
Crises of the Republic
Von Anbeginn war die Republik mit der Last des verlorenen Ersten Weltkriegs belastet. In ihren Anfangsjahren wurde die Weimarer Republik immer wieder von Aufständen, Putschversuchen und politischen Morden erschüttert.
From the beginning the Republic had to cope with the burdens of the lost war. In its early years the Weimar Republic was continuously rocked by revolts, putsch attempts, and political murders.
Teilnehmer des linksgerichteten Ruhraufstands in Dortmund (1920)
Members of the leftist Ruhr uprising in Dortmund (1920)
Politische Morde
Political murders
Am 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, beide Gründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), von rechts gerichteten Freikorpssoldaten ermordet.
January 15 1919: Rosa Luxemburg and Karl Liebknecht, both founding members of the German Communist Party, were murdered by rightwing militia.
Rosa Luxemburg
Rosa Luxemburg
Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner von der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) wurde am 21. Februar 1919 von dem Rechtsradikalen Anton Graf von Arco auf Valley ermordet.
Kurt Eisner, minister-president of Bavaria from the Independent Social Democratic Party was murdered by the rightwing extremist Anton Graf von Arco auf Valley.
Kurt Eisner © BaySB
Kurt Eisner © BaySB
Der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger hatte am 11. November 1918 den Waffenstillstand mit den Siegermächten unterzeichnet. Am 26. August 1921 ermordeten ihn Mitglieder der rechtsextremistischen Organisation Consul (O.C.).
The Center Party politician Matthias Erzberger had signed the armistice with the victorious Allies on November 11 1918. Members of the rightwing extremist Organisation Consul (O.C.) murdered him on August 26 1921.
Matthias Erzberger
Matthias Erzberger
Am 24. Juni 1922 töteten Attentäter der rechtsextremistischen Organisation Consul (O.C.) den Reichsaußenminister Walter Rathenau von der Deutschen Demokratischen Partei (DDP).
June 24 1922: Members of the ultra-rightwing Organisation Consul (O.C.) murdered the Foreign Minister Walter Rathenau from the German Democratic Party.
Walter Rathenau © George Grantham Bain collection at the Library of Congress
Walter Rathenau © George Grantham Bain collection at the Library of Congress
Putschversuche und Anfänge NSDAP
Coup attempts and beginnings NSDAP
Der sogenannte Kapp-Lüttwitz-Putsch vom 13. bis 16. März 1920 war ein konterrevolutionärer Putschversuch gegen die Weimarer Republik. In Bayern wurde Ministerpräsident Johannes Hoffmann (SPD) vom Monarchisten Gustav Ritter von Kahr abgelöst. Das neue politische Klima begünstigte die Entfaltungsmöglichkeiten rechtsextremer Gruppen. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ging aus der 1919 gegründeten Deutschen Arbeiterpartei hervor.
The so-called Kapp-Lüttwitz-Putsch from March 13 to 16 1920 was an attempted counter-revolutionary coup d’état against the Weimar Republic. In Bavaria, the Minister President Johannes Hoffmann (SPD) was ousted by the monarchist Gustav Ritter von Kahr. The new political climate benefited the development of rightwing extremist groups. The National Socialist German Workers’ Party formed out of the German Workers’ Party founded in 1919.
Demonstration in Berlin gegen den Kapp-Lüttwitz- Putsch
Demonstration in Berlin against the Kapp-Lüttwitz Putsch
Im Jahr 1921 wurde Adolf Hitler Parteivorsitzender der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).
Adolf Hitler became leader of the National Socialist German Workers’ Party (NSDAP).
„Ruhrkampf“
“Ruhr Uprising”
Am 11. Januar 1923 besetzten französische Truppen das Ruhrgebiet. Die Folge war eine Hyperinflation. Nach dem Ende des sogenannten Ruhrkampfes erfolgte eine Währungsreform.
On January 11 1923, French troops occupied the Ruhr area, setting off hyperinflation. Once the so-called Ruhr uprising came to an end, a currency reform was introduced.
Französische Truppen besetzen Essen (1923)
French troops occupy Essen (1923)
Die Jugend der NSDAP
The youth of the NSDAP
Die fortschreitende Inflation in Deutschland führte zu Unruhen in der Bevölkerung. 1922 gründete sich der Jugendbund der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), die Vorläuferorganisation der „Hitlerjugend“ und des „Bundes deutscher Mädel“.
Rampant inflation in Germany led to unrest amongst the population. The youth association of the National Socialist German Workers’ Party (NSDAP) was formed, the predecessor organization of the “Hitler Youth” and the “League of German Girls”.
Junge Mitglieder der Hitlerjugend
Young member of the Hitler Youth
Dachau bis 1924
Dachau until 1924
Deutsche Werke AG
Deutsche Werke AG
Auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Pulver- und Munitionsfabrik siedelten sich eine Druckerei und eine Fabrik für Teppichkehrmaschinen an. Die Deutsche Werke AG produzierte hier bis 1924 Dreschwagen und ließ Schreinerarbeiten durchführen.
A printing works and a factory producing carpet sweepers located on the grounds of the former Royal Gunpowder and Munitions Factory. Up until 1924 the Deutsche Werke AG produced threshing machines and ran a carpentry.
Die goldenen 20er-Jahre
The golden 1920s
Zu einer wirtschaftlichen, innen- und außenpolitischen Erholung kam es in der Zeit von 1923 bis 1929. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Erholung lebte auch das Gesellschaftsleben auf.
Between 1923 and 1929 the economy recovered while the domestic and foreign political situations stabilized.
© BA, Bild 183-K0623-0502-001
© BA, Bild 183-K0623-0502-001
„Hitlerputsch“
“Hitlerputsch”
Hitlers Putschversuch in München scheiterte am 9. November 1923. Hitler verbüßte vom 1. April bis zum 20. Dezember 1924 eine Festungshaft in Landsberg am Lech. In dieser Zeit verfasste er den ersten Band von „Mein Kampf“.
Hitler’s attempted putsch in Munich was quelled on November 9 1923. From April 1 to December 20 1924, Hitler was imprisoned in Landsberg am Lech. While in prison he wrote the first volume of "Mein Kampf".
Odeonsplatz am Tag des Hitlerputsches © BA, Bild 119-1426
Odeonsplatz on the day of the Hitler putsch © BA, Bild 119-1426
Der Reichspräsident
The Reich President
Tod des Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Paul von Hindenburg wurde neuer Reichspräsident (1925). Im Juli 1925 erschien die erste Auflage von Adolf Hitlers „Mein Kampf“.
Reich President Friedrich Ebert died. Paul von Hindenburg was named his successor. In July 1925 the first edition of Adolf Hitler’s "Mein Kampf" was published.
Paul von Hindenburg © BA, Bild 183-C06886
Paul von Hindenburg © BA, Bild 183-C06886
Dachau bis 1933
Dachau until 1933
Entwicklung des Geländes
Development of the terrain
1926 übernahm der Freistaat Bayern die verbliebene Anlage der ehemaligen Pulver- und Munitionsfabrik. In den Folgejahren wurden Teile der Geländeflächen verkauft, Firmen siedelten sich an. Der Großteil der Gebäude blieb allerdings bis 1933 brachliegend.
In 1926 the Free State of Bavaria took over what remained of the former gunpowder and munitions factory. In the years that followed, parts of the grounds were sold, companies located premises here. The majority of the buildings remained disused however until 1933.
Der Völkerbund
The League of Nations
1926 wurde Deutschland Mitglied des Völkerbundes.
1926, Germany joined the League of Nations.
Reichsaußenminister Stresemann bei einer Rede vor der Vollversammlung des Völkerbundes (1926) © BA, Bild 102-08490
Reich Foreign Minister Stresemann addresses the general assembly of the League of Nations (1926) © BA, Bild 102-08490
Der Briand-Kellogg-Pakt
The Briand-Kellogg-Pact
Mit dem Briand-Kellogg-Pakt von 1928, dem völkerrechtlichen Vertrag zur Ächtung des Krieges, erklärten die 11 Unterzeichnerstaaten, darunter Deutschland, Streitigkeiten in Zukunft friedlich zu lösen. Angriffskriege wurden für völkerrechtswidrig erklärt.
The Briand-Kellogg Pact of 1928 was an international agreement renouncing war. The 11 signatory states, amongst them Germany, declared their intent to resolve disputes peacefully. Wars of aggression were declared to be contrary to international law.
Unterzeichnung des Briand-Kellogg-Pakts in Paris
The signing of the Briand-Kellogg Pact in Paris
Wirtschaftskrise, Massen- arbeitslosigkeit, Unruhen
Economic crisis, mass unemployment, unrest
Die schwere Wirtschaftskrise von 1929 führte zu Massenarbeitslosigkeit, Hungersnöten und sozialen Gegensätzen und begünstigte den Aufstieg der Nationalsozialisten.
The severe economic crisis of 1929 led to mass unemployment, triggered a hunger crisis, and intensified social antagonisms, conditions favoring the rise of the National Socialists.
Armenspeisung von Arbeitslosen in Berlin (1931)
© BA, Bild 183-T0706-501
Feeding the unemployed in Berlin (1931) © BA, Bild 183-T0706-501
New Yorker Börsencrash
The Wall Street Crash
Der New Yorker Börsencrash vom 25. Oktober 1929 führte zur Weltwirtschaftskrise. In Deutschland löste er eine hohe Arbeitslosigkeit aus.
The Wall Street Crash of October 29 1929 plunged the world into an economic crisis. High unemployment was one of its repercussions in Germany.
Menschenauflauf an der Wall Street kurz nach dem Schwarzen Donnerstag
Crowds gather on Wall Street shortly after Black Thursday
Ende des Parlamentarismus
End of parliamentarism
Im März 1930 trat die letzte parlamentarische Regierung der Weimarer Republik zurück. Die Reichskanzler regierten fortan auf der Grundlage von Notverordnungen des Reichspräsidenten. Das Parlament war weitgehend ausgeschaltet.
In March 1930 the last parliamentary government of the Weimar Republic resigned. From then on the Reich Chancellor governed on the basis of emergency decrees signed by the Reich President. Parliament was largely neutralized.
Das Reichskabinett Müller, letzte parlamentarische Regierung der Weimarer Republik © BA, Bild 102-11412
The Reich cabinet under Hermann Müller, the last parliamentary government of the Weimar Republic © BA, Bild 102-11412
Der Aufstieg der NSDAP
The rise of the NSDAP
Die Arbeitslosigkeit stieg in Deutschland bis zu einem Höchststand von 29,9%. Hohe Armut und Hungersnöte waren die Folge. Bei beiden Reichstagswahlen 1932 wurde die NSDAP stärkste Kraft im Parlament.
Unemployment in Germany rose to a peak of 29.9 per cent. Enormous poverty and famine were the result. The Nazi Party became the strongest political force in parliament at the Reichstag elections of 1932.
Wahlpropaganda der NSDAP in Mecklenburg © BA, Bild 146-1978-096-03
Nazi election propaganda in Mecklenburg © BA, Bild 146-1978-096-03
Adolf Hitler wird Reichskanzler
Adolf Hitler becomes Reich Chancellor
Mit der Wahl von Adolf Hitler zum deutschen Reichskanzler am 30. Januar 1933 kam es zur nationalsozialistischen Diktatur.
The appointment of Adolf Hitler to the position of Reich Chancellor on January 30 1933 marked the beginning of the Nazi dictatorship.
Das Kabinett Hitler am 30.01.1933 in der Reichskanzlei © BA, Bild 183-H28422
The Hitler cabinet on January 30 1933 in the Reich Chancellery © BA, Bild 183-H28422
Dachau 1933
Dachau 1933
Eröffnung des Konzentrationslagers Dachau
Opening of the concentration camp Dachau
Am 22. März 1933 wurde in Dachau ein Konzentrationslager für politische Gefangene eröffnet. Die ersten 150 Häftlinge wurden eingeliefert. Am 11. April 1933 übernahm die SS die Zuständigkeit des Lagers von der Bayerischen Landespolizei. Die Häftlingszahlen stiegen im Juni 1933 auf 1.953 Personen.
On March 22 1933 a concentration camp for political prisoners was opened in Dachau. On April 11 1933 the SS took over responsibility for the camp from the Bavarian State Police. In June 1933 the number of persons imprisoned rose to 1953.
Ankunft des ersten Gefangenentransportes im KZ Dachau, 22.03.1933 © StadtA München
Arrival of the first transport of prisoners at the Dachau concentration camp, March 22 1933 © StadtA München
„Röhm-Putsch“
“Röhm Putsch”
Mit dem sogenannten Röhm-Putsch erfolgte am 30. Juni 1934 die Entmachtung der SA und der Aufstieg der SS. Nach dem Tod von Reichspräsident Paul von Hindenburg übernahm Hitler am 1. August auch das Amt des Reichspräsidenten.
With the so-called Röhm Putsch, a purge launched on June 30 1934, the SA was practically eliminated as a political force and the SS gained influence and power. After the death of the Reich President Paul von Hindenburg, Hitler also assumed the post of Reich President on August 1.
Wahlpropaganda zur Vereinigung der Ämter Reichskanzler und Reichspräsident unter Hitler. Fürth, August 1934
Election propaganda proclaiming the need to unify the posts of Reich chancellor and president in the person of Hitler, Fürth, August 1934
Dachau 1934
Dachau 1934
Ermordung politischer Gegner
Assassination of political opponents
Im KZ Dachau ermordete die Lager-SS 21 NSDAP-Funktionäre und politische Gegner, die während des „Röhm-Putsches“ verhaftet wurden.
In the Dachau concentration camp, the camp SS murdered 21 Nazi Party officials and political opponents arrested during the “Röhm Putsch”.
Gustav Ritter von Kahr (1882–1934). Als Generalstaatskommissar hatte er den Hitler-Putsch durch die Reichswehr und die bayerische Landespolizei niederschlagen lassen. Aus Rache wurde er 1934 im Zuge der „Röhm-Morde“ im KZ Dachau ermordet © KZ-Gst. Dachau
In his post as State Commissioner, Gustav Ritter von Kahr (1882–1934) had ordered the quelling of the Hitler Putsch by the Army and the Bavarian Police. In revenge he was murdered during the “Röhm murders” committed at the Dachau concentration camp in 1934 © KZ-Gst. Dachau
„Nürnberger Rassegesetze“
“Nuremberg Race Laws”
Die „Nürnberger Gesetze“ wurden anlässlich des 7. Reichsparteitags der NSDAP, am 15. September 1935 verabschiedet. Mit den Nürnberger Gesetzen – auch als Nürnberger Rassengesetze oder Ariergesetze bezeichnet – institutionalisierten die Nationalsozialisten ihre antisemitische Ideologie auf juristischer Grundlage. Sie umfassten das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre, das sogenannte Blutschutzgesetz – und das Reichsbürgergesetz.
The “Nuremberg Laws” were passed during the 7th Nazi Party Convention, the “Nuremberg Rally”, on September 15 1935. With the Nuremberg Laws – also known as the Nuremberg Racial Laws or Aryan Laws – the Nazis gave their anti-Semitic ideology a “legal” foundation. The “Nuremberg Racial Laws” included the Law for the Protection of German Blood and German Honor, known as the ‘Racial Defilement Law’, and the Reich Citizenship Law.
Nürnberger Gesetze zur Rassen-Diskriminierung
Nuremberg laws establishing racial discrimination
Dachau ab 1935
Dachau from 1935
Neue Häftlingsgruppen
New detainee groups
Einlieferung neuer Häftlingsgruppen wie Angehörige der Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Emigranten in das KZ Dachau.
New prisoner groups were sent to the Dachau concentration camp: members of the Jehovah’s Witness, homosexuals, emigres.
Dachau 1936
Dachau 1936
Verschärfung des Terrors im KZ Dachau
The terror in the Dachau concentration camp intensifies
Vollzug der Prügelstrafe am 24. Dezember 1938 auf dem Appellplatz des KZ Dachau. Zeichnung: Albert Kerner, 1945/46 © KZ-Gst. Dachau
Flogging meted out on December 24 1938 on the roll call area of the Dachau concentration camp. Drawing: Albert Kerner, 1945/46 © KZ-Gst. Dachau
Konzentrationslager mit System
Concentration camps with system
Mit der Ernennung Heinrich Himmlers zum Chef der deutschen Polizei 1936 setzte der Aufbau eines Systems von Konzentrationslagern ein. 1937 wurden bei reichsweiten Massenverhaftungen Tausende von Menschen in „Vorbeugehaft“ genommen und in Konzentrationslager eingeliefert.
The appointment of Heinrich Himmler to the post of Chief of German Police marked the beginning of a system of concentration camps. Mass arrests were carried out across the Reich with thousands of people put into “protective custody” and sent to concentration camps in 1937.
Heinrich Himmler © BA, Bild 183-S72707
Heinrich Himmler © BA, Bild 183-S72707
Dachau 1937
Dachau 1937
Erweiterung des KZ Dachau
Expansion of the Dachau
Anfang 1937 begannen die Bauarbeiten im Zuge der Erweiterungen des KZ Dachau.
At the beginning of 1937 building work started on enlarging the Dachau concentration camp.
Häftlinge errichten den Wachturm A am Jourhaus, NS-Propagandafotografie © KZ-Gst. Dachau
Prisoners building the guard tower A at the Jourhaus, Nazi propaganda photo © KZ-Gst. Dachau
Der „Anschluss“ Österreichs und des Sudetenlands
The “annexation” of Austria and the Sudetenland
Der „Anschluss“ Österreichs und des Sudetenlands führte zu neuen Verhaftungswellen. Das Novemberpogrom vom 9. auf den 10. November 1938, auch (Reichs-) Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt, waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Etwa 400 Menschen wurden ermordet oder in den Suizid getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben.
The “annexation” of Austria and the Sudetenland led to a new wave of arrests. The November pogrom on the night of November 9/10 1938, known as the Night of Broken Glass or Reich pogrom night was an outbreak of violence orchestrated by the Nazi regime targeting Jews in the whole of the German Reich. Some 400 people were murdered or driven to suicide. Over 1400 synagogues, prayer and other religious assembly rooms were destroyed while thousands of businesses and apartments were vandalized and Jewish cemeteries desecrated. From November 10 around 30000 Jews were imprisoned in concentration camps; hundreds of them were murdered or died as a direct result of their imprisonment.
Die orthodoxe Synagoge Ohel Jakob in der Münchner Herzog-Rudolf-Straße nach dem Brandanschlag am 9. November 1938 © BA, Bild 146-1970-041-46
The orthodox synagogue Ohel Jakob in Munich’s Herzog-Rudolf-Straße after the arson attack on November 9 1938 © BA, Bild 146-1970-041-46
Dachau 1938
Dachau 1938
Erste ausländische Häftlinge
First foreign prisoners
Die in Österreich und dem Sudentenland verhafteten politischen Gegner wurden 1938 ebenso in das KZ Dachau eingeliefert, wie 11.000 deutsche und österreichische Juden infolge des Novemberpogroms.
The political opponents arrested in Austria and the Sudetenland were also sent to the Dachau concentration camp, as were 11000 German and Austrian Jews in the wake of the November pogrom.
Dachau 1939
Dachau 1939
Sinti und Roma
Sinti and Roma
Hunderte Angehörige der Sinti und Roma wurden ins KZ Dachau deportiert.
Hundreds of Sinti and Roma were deported to the Dachau concentration camp.
Johannes Eckstein, der in das KZ Dachau deportiert wurde, mit seiner Familie © Privat, R. Eckstein
Johannes Eckstein, who was deported to the Dachau concentration camp with his family © Privat, R. Eckstein
Der Zweite Weltkrieg
The Second World War
Der Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 löste den Zweiten Weltkrieg aus.
The invasion of Poland by German forces on September 1 1939 set off the Second World War.
Gestellte Propagandaaufnahme vom Abriss eines polnischen Schlagbaums an der Grenze zur Freien Stadt Danzig (1939)
Staged propaganda photo of the demolishing of a Polish boom barrier at the border to the Free City of Danzig (1939)
Die Kapitualtion Frankreichs
The capitulation of France
Der Krieg im Westen Europas endete mit der Kapitulation Frankreichs.
The first stage of the war in Western Europe ended in the capitulation of France.
Unterzeichnung der Kapitulationserklärung Frankreichs in Compiègne (1940) © BA, Bild 146-1982-089-18
Signing of France’s declaration of capitulation in Compiègne (1940) © BA, Bild 146-1982-089-18
Dachau 1941
Dachau 1941
Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener
Assassination of Soviet prisoners of war
Das KZ Dachau wurde zur Exekutionsstätte für sowjetische Kriegsgefangene. Bis Kriegsende ermordete die SS hier mehr als 4.000 sowjetische Soldaten.
The Dachau concentration camp was used as an execution site for Soviet prisoners of war. By the end of the war, the SS had murdered here over 4000 Soviet soldiers.
Betonierter Kugelfang am Ende der Schießbahnen des Schießplatzes in Hebertshausen, wo die sowjetischen Kriegsgefangenen erschossen wurden (kurz nach Kriegsende mit dem Überlebenden Karel Kašák) © KZ-Gst. Dachau, K. Kašák
Concrete bullet catcher at the end of the firing lane at the shooting range in Hebertshausen, where the Soviet prisoners of war were murdered (photo taken shortly after the end of the war with the concentration camp survivor Karel Kašák) © KZ-Gst. Dachau, K. Kašák
Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion
The German attack on the Soviet Union
Ohne Kriegserklärung marschierten deutsche Truppen am 22. Juni 1941 in die Sowjetunion ein.
German troops invaded the Soviet Union on June 22 1941 without declaring war.
Mit der Weisung Nr. 21 „Fall Barbarossa“ vom Dezember 1940, befahl Hitler der Wehrmacht sich auf die Invasion der Sowjetunion vorzubereiten © BA
With the directive no. 21, “Case Barbarossa” from December 1940, Hitler authorized the German Armed Forces to begin preparations for invading the Soviet Union © BA
Dachau 1942
Dachau 1942
Ermordung von Arbeitsunfähigen
The Murder of Persons ‘Unfit for Work’
Mehr als 2.500 arbeitsunfähige Häftlinge des KZ Dachau wurden in sogenannten „Invalidentransporten“ in die Euthanasieeinrichtung Schloss Hartheim bei Linz überstellt und dort durch Giftgas ermordet. Das Jahr 1942 markiert für Dachau auch den Beginn der medizinischen Versuche an Häftlingen.
More than 2500 prisoners categorized as unfit to work were transferred in so-called “invalid transports” to the euthanasia facility at Hartheim Castle near Linz where they were murdered with poison gas. The year 1942 also marked for Dachau the start of the medical experiments on prisoners.
Schloss Hartheim bei Linz © KZ-Gst. Dachau
Hartheim castle near Linz © KZ-Gst. Dachau
Die „Wannseekonferenz“
The “Wannsee Conference”
Auf der „Wannseekonferenz“ am 20. Januar 1942 in einer Villa am Wannsee in Berlin kamen Vertreter der nationalsozialistischen Reichsregierung und von NS-Behörden zusammen. Unter dem Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich organisierten sie den begonnenen Holocaust an den Juden im Detail und die Zusammenarbeit der beteiligten Instanzen.
On January 20 1942 senior Nazi government officials and SS officers convened at a villa in the Berlin suburb of Wannsee. At the “Wannsee Conference”, chaired by SS Senior Group Leader Reinhard Heyrich, they organized the details of the genocide of the Jews, which had already begun, and coordinated the actions of the involved authorities.
Villa am Wannsee, in der am 20. Januar 1942 die „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen wurde (2014) © A.Savin, WikiCom
Villa in the Berlin suburb of Wannsee where plans for the “final solution of the Jewish question” were put in place on January 20 1942 (2014) © A.Savin, WikiCom
„Totaler Krieg“
“Total war”
Die Phase des „Totalen Krieges“ führte zu einer Radikalisierung der Zwangs- arbeit zur Sicherung des „Endsiegs“.
The phase of “total war” brought with it a radicalizing of the use of forced labor in the attempt to gain “final victory”.
Rede des Propagandaministers Goebbels im Berliner Sportpalast während er den „Totalen Krieg“ proklamiert (Februar 1943) © BA, Bild 183-J05235, Schwahn
Speech given by Propaganda Minister Goebbels at the Berlin Sportpalast during which he proclaims “total war” (February 1943) © BA, Bild 183-J05235, Schwahn
Dachau 1943
Dachau 1943
Außenlager des KZ Dachau
Subcamps of Dachau Concentration Camp
Das Jahr 1943 markiert den Beginn des Baus von über 140 Außenlagern, in denen Häftlinge Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie leisten mussten.
1943 marks the start of construction work on more than 140 subcamps where the prisoners were forced to work for the armaments industry.
Häftlinge des Arbeitskommandos Waffenmeisterei bei der Bearbeitung von Metallgegenständen © KZ-Gst. Dachau
Prisoners in the Waffenmeisterei detail working on metal objects © KZ-Gst. Dachau
Dachau 1944
Dachau 1944
Massensterben in Außenlagern
Mass deaths in subcamps
Ende 1944 waren über 63.000 Häftlinge im KZ Dachau und seinen Außenlagern registriert. Das Stammlager Dachau war hoffnungslos überfüllt. Die katastrophalen Lebensbedingungen führten im November zum Ausbruch von Flecktyphus im KZ Dachau. 2.318 Häftlinge starben in den Monaten November und Dezember.
At the end of 1944 over 63000 prisoners were registered in the Dachau concentration camp and its subcamps. The main camp of Dachau was hopelessly overcrowded. The catastrophic living conditions led to an outbreak of typhus in November. 2318 prisoners died in the months November and December.
In den Dachauer Außenlagern starben infolge der mörderischen Arbeitsbedingungen 10.000 jüdische Häftlinge.
As a result of the murderous working conditions, some 10000 Jewish prisoners died in Dachau’s subcamps.
Landung in der Normandie
Landing in Normandy
1944 landeten West-Alliierte Truppen in der Normandie, russische Kampfeinheiten erreichten die deutsche Ostgrenze.
In 1944 Western Allied troops landed in Normandy, Soviet forces reached the eastern border of Germany.
US-amerikanische Soldaten während der Landung in der Normandie
U.S. soldiers during the Normandy landings
Das Ende des 2. Weltkriegs
The end of the Second World War
Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht führte zum Ende der Kampfhandlungen in Europa. Sie trat am 8. Mai 1945 in Kraft.
The unconditional surrender of the German forces meant the cessation of military hostilities between the Allies and the German Reich. It came into force on May 8 1945.
Sonderausgabe der Stars and Stripes, die Zeitung der US-Armee, zur bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai
The special issue of Stars and Stripes, the newspaper of the U.S. military, announcing the unconditional surrender of the German Reich on May 8
Die „Nürnberger Prozesse“
The “Nuremberg Trials”
Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1945/46 wurden von dem Internationalen Militärgerichtshof deutsche Politiker, Wehrmachtangehörige und NS-Funktionäre für die Planung, Vorbereitung, Einleitung und Durchführung eines Angriffskrieges, Verbrechen an der Zivilbevölkerung und an Kriegsgefangenen sowie für den Massenmord in den Vernichtungslagern zur Verantwortung gezogen. Zwölf der 24 Hauptangeklagten wurden zum Tode, sieben zu Freiheitsstrafen verurteilt, drei Angeklagte wurden freigesprochen. Zwei Verfahren wurden ohne Verurteilung eingestellt.
At the Nuremberg Trial against the major war criminals in 1945/46, German politicians, members of the Armed Forces, and Nazi officials were indicted with planning, initiating, and waging wars of aggression, crimes against the civilian population and prisoners of war, and the mass murders carried out in the extermination camps. The trial was held before an International Military Tribunal. Twelve of the 24 accused were sentenced to death, seven received prison sentences, while three were acquitted and two were not charged.
Ein Teil der Angeklagten auf der Anklagebank: Göring, Heß, von Ribbentrop, Keitel (vorne), Dönitz, Raeder, von Schirach, Sauckel (hinten)
Some of the accused in the dock: Göring, Heß, von Ribbentrop, Keitel (front), Dönitz, Raeder, von Schirach, Sauckel (back)
Gründung BRD und DDR
Founding of the FRG and the GDR
1949 erfolgte die Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und damit die Teilung Deutschlands.
In 1949 both the Federal Republic of Germany (FRG) and the German Democratic Republic (GDR) were founded, sealing the division of Germany.
Eine Demonstration der Freien Deutschen Jugend nach der Gründung der DDR © BA, Bild 183-S88796
A parade of the Free German Youth after the founding the GDR © BA, Bild 183-S88796
Dachau 1945
Dachau 1945
Auflösung des KZ-Systems
Resolution of the concentration system
Tausende Häftlinge starben an Typhus, bei Evakuierungsmärschen oder an den Folgen der Unterernährung. Im Lager gründete sich ein internationales Häftlings-Komitee (Comité International de Dachau, CID).
Thousands of prisoners died of typhus, while on the evacuation marches, or as the result of malnutrition. An international prisoner committee was founded in the camp (Comité International de Dachau, CID).
Am 29. April 1945 befreiten Truppen der US-Armee die überlebenden Häftlinge des KZ Dachau
On April 29 1945 U.S. Army troops liberated the surviving prisoners of the Dachau concentration camp
Dachau 1945
Dachau 1945
Amerikanisches Lager
American camp
Das US-Militär nutzte von Juli 1945 bis Sommer 1948 das ehemalige SS- und Häftlings-Lager für die Inhaftierung von NSDAP-Funktionären und SS-Angehörigen. In 489 Verfahren wurden in Militärgerichtsprozessen 672 Anklagen erhoben. Im Spätherbst des Jahres 1945 wurde unter der Obhut der amerikanischen Militärbehörden im großen Krematorium, der ehemaligen Baracke X, eine erste Ausstellung über das KZ Dachau eingerichtet.
From July 1945 to the summer of 1948, the U.S. Military Authority used the former SS and prisoner camp to intern Nazi Party officials and members of the SS. In a series of military tribunal trials, 672 charges were laid in 489 cases. Under the supervision of the U.S. Military Authority, the first exhibition on the Dachau concentration camp was shown in the large crematorium, the former barrack X, in late fall 1945.
Dienstgebäude des amerikanischen Militärgerichts auf dem Gelände des ehemaligen KZ Dachau, 1945/46 © KZ-Gst. Dachau
The service building of the American military tribunal on the grounds of the former Dachau concentration camp, 1945/46 © KZ-Gst. Dachau
Dachau 1948
Dachau 1948
Wohnsiedlung Dachau-Ost
Residential Settlement Dachau-East
Das Gelände des ehemaligen Häftlingslagers fiel zurück an den bayerischen Staat. Dieser errichtete dort ein Auffanglager für Flüchtlinge und Heimatlose, das später als Wohnsiedlung Dachau-Ost bezeichnet wurde.
The grounds of the former prisoner camp reverted back to the Bavarian state. The Bavarian government set up a reception camp for refugees and ethnic German expellees from Eastern Europe/Displaced Persons that was later called Residential Settlement Dachau-East.
Bewohner des Flüchtlingslagers, 1963 © M. Fackelmann
Residents of the refugee camp, 1963 © M. Fackelmann
Dachau ab 1950
Dachau from 1950
Der schwierige Weg zur Gedenkstätte
The difficult road to the memorial
Anfang September 1950 eröffnete das Landesentschädigungsamt eine überarbeitete, um die Darstellung des KZ-Systems und der Häftlingskategorisierung erweiterte Dokumentarausstellung im zweiten Krematoriumsbau. Im Herbst 1952 wurde das Gelände der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung unterstellt. Diese veranlasste im Mai 1953 die Schließung der Ausstellung.
In early September 1950, the Bavarian Reparations Office opened a reworked exhibition in the second crematorium building that now also considered the concentration camp system and the categorization of the prisoners. In the fall of 1952, responsibility for the grounds passed to the Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung. This body closed the exhibition in May 1953.
Pariser Verträge
Paris Accords
Die Pariser Verträge (5. Mai 1955) beendeten das Besatzungsstatut für die Bundesrepublik Deutschland und regelten ihren Beitritt zur NATO und der Westeuropäischen Union.
The Paris Accords were a round of agreements that terminated the occupation statutes for the Federal Republic of Germany and permitted it to join NATO and the Western European Union (WEU).
Erste Lesung der Pariser Verträge im Deutschen Bundestag © BA, B 145 Bild-F002349-0006, Brodde
The first reading of the Paris Accords in the West German Bundestag © BA, B 145 Bild-F002349-0006, Brodde
Dachau 1955
Dachau 1955
Streit um das Krematorium
Controversy over the crematorium
Das CID (Comité International de Dachau) gründete sich erneut. Durch ein Zusatzabkommen zu den Pariser Verträgen konnte verhindert werden, dass das ehemalige Krematorium abgerissen wurde.
The CID (Comité International de Dachau) formed again. A supplementary treaty to the Paris Accords meant that the demolition of the former crematorium could be prevented.
Dachau 1960
Dachau 1960
Todesangst-Christi-Kapelle
Mortal Agony of Christ chapel
Johannes Neuhäusler, Weihbischof von München, ließ die Katholische Todesangst-Christi-Kapelle auf dem ehemaligen Häftlingslagergelände errichten, die beim Eucharistischen Weltkongress im Beisein von 50.000 Teilnehmern eingeweiht wurde.
Johannes Neuhäusler, auxiliary bishop of Munich, had the Catholic Mortal Agony of Christ chapel built on the grounds of the former prisoner camp; it was consecrated during the Eucharistic World Congress with 50000 participants in attendance.
Todesangst-Christi-Kapelle © KZ-Gst. Dachau
Mortal Agony of Christ chapel © KZ-Gst. Dachau
Dachau 1962
Dachau 1962
Schaffung einer Gedenkstätte
Creation of a memorial
Die bayerische Staatsregierung und das CID vereinbarten die Schaffung einer Gedenkstätte. Die Baracken, die aufgrund des Flüchtlingslagers stark verändert und baufällig waren, wurden abgerissen, zwei Baracken rekonstruiert und Mauern und Wachtürme in Stand gesetzt.
The Bavarian state government and the CID signed an agreement on the creation of a memorial site. Considerably altered and in disrepair after serving as a refugee camp, the barracks were then demolished; two barracks were reconstructed, while the walls and guard towers were repaired.
Abriss der ehemaligen Häftlingsbaracken, 1962 © KZ-Gst. Dachau, W. Keim
Demolition of the former prisoner barracks, 1962 © KZ-Gst. Dachau, W. Keim
Frankfurter Auschwitz-Prozesse
Frankfurt Auschwitz Trials
Im ersten Frankfurter Auswitz-Prozess (1963–1965) leitete eine bundesdeutsche Staatssanwaltschaft auf Betreiben Fritz Bauers erstmals eine systematische und umfassende Ermittlung gegen SS-Personal des Konzentrations- und Vernichtungsslagers Auschwitz-Birkenau ein. Im Rahmen eines Sammelsverfahrens wurde dazu der Versuch unternommen, den Verbrechenskomplex Auschwitz aufzuklären.
At the Frankfurt Auschwitz Trials (1963-1965) the state prosecution, following the urging of Fritz Bauer, launched the first systematic and detailed criminal investigations against the SS personnel at the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp. The trials also served as an opportunity to shed light on the complex of crimes committed at Auschwitz.
Luftaufnahme der britischen Armee von Auschwitz-Birkenau aus dem Jahr 1944, auf der linken Seite ist der Rauch der Verbrennungsgruben zu erkennen
Aerial photo of Auschwitz-Birkenau made by the Royal Air Force in 1944. On the left side, it is possible to recognise the smoke from the incineration pits
Dachau 1964
Dachau 1964
Karmel Heilig Blut
Karmel Heilig Blut
Das Karmeliterinnenkloster Karmel Heilig Blut wurde 1964 errichtet.
Building of the Carmelite convent Karmel Heilig Blut.
Postkarte des Karmel Heilig Blut © StadtA Dachau
Postcard showing Karmel Heilig Blut © StadtA Dachau
„Ostverträge“
The “Eastern Treaties”
In Verträgen mit der UdSSR und Polen erkannte die BRD 1970 die Grenzen aus dem Jahr 1945 offiziell an.
In treaties with the USSR and Poland signed in 1970, the FRG officially recognized the borders of 1945.
Denkmal zur Erinnerung an den Kniefall Willy Brandts vor dem Mahnmal zum Andenken des Aufstandes im Warschauer Ghetto
Monument commemorating Willy Brandt’s genuflection in front of Warsaw Ghetto Uprising memorial
Dachau 1965
Dachau 1965
Eröffnung der Gedenkstätte
Opening of the memorial
Mit einer neuen Dokumentationsausstellung wurde die KZ-Gedenkstätte Dachau am 9. Mai 1965 eröffnet.
Opening of the Dachau Concentration Camp Memorial Site with a new documentary exhibition.
Blick in die Ausstellung von 1965 © KZ-Gst. Dachau
View of the exhibition from 1965 © KZ-Gst. Dachau
Dachau 1967
Dachau 1967
Evangelische Versöhnungskirche & jüdische Gedenkstätte
Protestant Reconciliation Church & Jewish Memorial
Errichtung der evangelischen Versöhnungskirche und der jüdischen Gedenkstätte auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Construction of the Protestant Church of Reconciliation and the Jewish memorial site.
Evangelische Versöhnungskirche, rechts: jüdische Gedenkstätte © KZ-Gst. Dachau
Protestant Church of Reconciliation, right: Jewish memorial site © KZ-Gst. Dachau
Dachau 1968
Dachau 1968
Internationales Mahnmal
International Monument
1968 wurde in der KZ-Gedenkstätte Dachau das Internationale Mahnmal von Nandor Glid eingeweiht, das sich auf dem ehemaligen Appellplatz befindet.
Unveiling of the International Monument created by Nandor Glid in 1968.
Internationales Mahnmal, 2011 © KZ-Gst. Dachau
International Monument, 2011 © KZ-Gst. Dachau
Gedenken an den Tag der Befreiung
Commemorating Liberation Day
In seiner Ansprache zum 40. Jahrestag des Kriegsendes nannte mit Richard von Weizäcker 1985 erstmalig ein Bundespräsident den 8. Mai 1945 einen Tag der Befreiung von dem menschenverachteten System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Zuvor wurde er in großen Teilen der Gesellschaft als ein Tag der Niederlage betrachtet.
In his address to mark the fortieth anniversary of the end of the Second World War, Richard von Weizäcker became the first Federal President to call May 8 1945 liberation day from the inhuman and brutal rule of the Nazi dictatorship. Up until this point in time, May 8 was seen by many to be the day of final defeat.
Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizäcker © BA, Bild 146-1991-039-11
The former Federal President Richard von Weizäcker © BA, Bild 146-1991-039-11
Glasnost
Glasnost
Ab 1985 leitete der russische Genrealsekretär Gorbatschow die Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umbau) in der Sowjetunion ein.
The General Secretary of the CPSU Gorbachev introduced the policies of glasnost (openness) and perestroika (restructuring) to the Soviet Union from 1985.
Sowjetische Briefmarke, die die Perestroika propagiert
Soviet stamps propagating perestroika
Dachau ab 1975
Dachau from 1975
Ort der politischen Bildung
Place for civic education
In den Jahren 1975 bis 1985 wurde die Gedenkstätte zunehmend zum Ort der politischen Bildung. „Vergessene Opfer“ wie Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle rückten in den Mittelpunkt des Interesses. Im Frühjahr 1980 demonstrierte eine Gruppe Sinti und Roma mit einem Hungerstreik gegen die fortwährende Verdrängung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma und die bestehende Diskriminierung.
Between 1975 and 1985 the Memorial Site was increasingly used as a place for civic education. “Forgotten victims” like Sinti and Roma, members of the Jehovah’s Witnesses, and homosexuals became the focus of interest. In early 1980 a group of Sinti and Roma went on a hunger strike to demonstrate against how mainstream society continued to ignore the Nazi genocide of Sinti and Roma and the existing discrimination they faced.
Der Protest erfuhr international Beachtung und Solidarität.
The protest attracted international attention and solidarity.
Öffnung der Berliner Mauer
The Fall of the Berlin Wall
Am 9. November 1989 wurde die Berliner Mauer geöffnet.
On November 9 1989 the Berlin Wall fell, opening the borders between the two German states.
Menschen auf der Berliner Mauer nach ihrer Öffnung © S. Ream, WikiCom
People celebrate on the Berlin Wall © S. Ream, WikiCom
Wiedervereinigung
Reunification
Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der BRD bei; Wiedervereinigung Deutschlands.
On October 3 1990 the GDR officially joined the FRG, the reunification of Germany.
Staatsakt zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 © BA, Bild 183-1990-1003-028, Grimm, Peer
Official reunification ceremony on October 3 1990 © BA, Bild 183-1990-1003-028, Grimm, Peer
Dachau 1995
Dachau 1995
Auferstehungskapelle
Resurrection chapel
1995 wurde auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau die russisch-orthodoxe Auferstehungskapelle eingeweiht.
In 1995 the Russian Orthodox Resurrection chapel was consecrated.
Russisch-orthodoxe Auferstehungskapelle, 2012 © KZ-Gst. Dachau
Russian Orthodox Resurrection chapel, 2012 © KZ-Gst. Dachau
Dachau 1995
Dachau 1995
50 Jahre Kriegsende
50 years of warfare
Am 29. April 1995 jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau zum 50. Mal. Ein wissenschaftlicher Beirat für eine Neukonzeption der künftigen Arbeit an der Gedenkstätte wurde beauftragt.
April 29 1995 marked the fiftieth anniversary of the liberation of the Dachau concentration camp. A scholarly advisory board was commissioned to draft a new conception for future work at the Memorial Site.
Dachau 2001
Dachau 2001
Erweiterung der Ausstellung
Expansion of the exhibition
2001 wurde eine neue Teilausstellung im ehemaligen 2009 Lagergefängnis (Bunker) eröffnet.
Opening of a new exhibition section in the former camp prison (the bunker).
Innenansicht des Bunkers, 2012 © KZ-Gst. Dachau
Interior of the bunker, 2012 © KZ-Gst. Dachau
Dachau 2003
Dachau 2003
Neue Dauerausstellung
New permanent exhibition
Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude wurde 2003 eine neue Dauerausstellung eröffnet.
Opening of a new permanent exhibition in the former maintenance building.
Dachau 2005
Dachau 2005
Verlegung des Eingangs
Relocation of the entrance
Anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers wurde der Zugang zur Gedenkstätte durch das Jourhaus ermöglicht, dem historischen Eingang zum Häftlingslager.
On the occasion of the sixtieth anniversary of the liberation of the concentration camp, entry to the Memorial Site through the Jourhaus was made possible, the historical entrance to the prisoner camp.
Dachau 2009
Dachau 2009
Eröffnung des neuen Besucherzentrums
Opening of the new Visitor Center
Das neue Besucherzentrum © KZ-Gst. Dachau
The new Visitor Center © KZ-Gst. Dachau
Dachau 2014
Dachau 2014
Gedenkort Hebertshausen
Memorial place Hebertshausen
Am 2. Mai 2014 eröffnete die KZ-Gedenkstätte Dachau den neugestalteten Gedenkort am ehemaligen SS-Schießplatz Hebertshausen. Eine Open-Air-Ausstellung in russischer, deutscher und englischer Sprache informiert am Gedenkort ausführlich über die historischen Hintergründe der Ermordung von mehr als 4.000 sowjetischen Kriegsgefangenen im KZ Dachau.
On May 2 2014 the Dachau Memorial Site opened the redesigned Commemorative Site at the former SS Shooting Range Hebertshausen. An open-air exhibition in Russian, German, and English provides detailed information on the historical background to the murder of more than 4000 Soviet prionsers of war in the Dachau concentration camp.
Ein Teil der Ausstellung am neugestalteten Gedenkort am ehemaligen SS-Schießplatz Hebertshausen, Sommer 2014 © KZ-Gst. Dachau
A part of the exhibition at the redesigned Commemorative Site at the former SS Shooting Range Hebertshausen, summer 2014 © KZ-Gst. Dachau
Dachau 2011
Dachau 2011
Gedenkbuch für die Toten des Konzentrationslagers
Memorial Book for the Dead of the Dachau Concentration Camp
Am 29. April 2011, den 66. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau wurde erstmals das „Gedenkbuch für die Toten des Konzentrationslagers Dachau“ öffentlich vorgestellt. Das mehrbändige Werk dokumentiert tausende namentlich bekannte Opfer des Lagers. Es ist Teil der kontinuierlichen Forschungs- und Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte und macht die individuellen Schicksale der Verfolgten sichtbar.
On April 29 2011, the sixty-sixth anniversary of the liberation of the Dachau concentration camp, the “Memorial Book for the Dead of the Dachau Concentration Camp” is presented to the public for the first time. The multivolume work documents thousands of victims who were identifiable by name. Part of the Memorial Site’s ongoing research and remembrance work, it brings to attention the individual fates of the persecuted.
Terminal des Digitalen Gedenkbuchs „Die Toten des KZ Dachau 1933–1945“ im Gedenkraum der Gedenkstätte, 2026. © KZ-Gst. Dachau, M. Luczak-Kirchner
Terminal for the digital memorial book “The Victims of the Dachau Concentration Camp 1933–1945” in the memorial room of the Dachau Memorial Site, 2026. © KZ-Gst. Dachau, M. Luczak-Kirchner
Dachau 2015
Dachau 2015
Angela Merkel bei der 70. Befreiungsfeier
Angela Merkel attends the 70th anniversary of liberation
Im Rahmen der internationalen Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 3. Mai 2015 die Gedenkstätte. Gemeinsam mit Überlebenden, Angehörigen und internationalen Gästen erinnerte sie an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors und betonte die Bedeutung der historischen Verantwortung sowie der Erinnerungskultur in Deutschland.
As part of the international commemorative ceremony to mark the 70th anniversary of the liberation of the Dachau concentration camp, Federal Chancellor Angela Merkel visits the Memorial Site on May 3 2015. Together with survivors, relatives and international guests, she remembers the victims of Nazi terror and emphasizes the importance of historical responsibility and the culture of remembrance for Germany.
Angela Merkel und Max Mannheimer bei der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau, Mai 2015. © KZ-Gst. Dachau, S. Widmann
Angela Merkel and Max Mannheimer at the commemoration of the 70th anniversary of the liberation of the Dachau concentration camp, May 2015. © KZ-Gst. Dachau, S. Widmann
Dachau 2014–2017
Dachau 2014–2017
Diebstahl und Rückkehr des Lagertors
Theft and return of the camp gate
In der Nacht vom 1. auf den 2. November 2014 stahlen unbekannte Täter das Lagertor mit der Inschrift „Arbeit macht frei“. Zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau (2015) wurde eine Rekonstruktion des Tores angebracht. Das gestohlene Tor wird in Norwegen sichergestellt und am 22. Februar 2017 wieder nach Dachau zurückgebracht. Nach seiner Rückkehr wird es restauriert und anschließend in der Dauerausstellung der Gedenkstätte ausgestellt.
During the night of November 1 to 2 2014, unknown offenders stole the camp gate with the inscription “Arbeit macht frei”. A reconstruction of the gate was installed on the occasion of the seventieth anniversary of the liberation of the Dachau concentration camp (2015). The stolen gate is recovered in Norway and brought back to Dachau on February 22 2017. Restored after its return, it is then subsequently shown in the Memorial Site’s permanent exhibition.
Das Lagertor des KZ Dachau in der Ausstellung der Gedenkstätte, 2026. © KZ-Gst. Dachau, M. Luczak-Kirchner
The camp gate of the Dachau Concentration Camp in the Memorial Site’s exhibition, 2026. © KZ-Gst. Dachau, M. Luczak-Kirchner
Dachau 2019
Dachau 2019
Neue Ausstellungen zu Außenlagern und Ausgrabungen
New exhibitions on the subcamps and excavations
Im Jahr 2019 wurden neue Projekte zur Geschichte der Außenlager des KZ Dachau vorgestellt. Dazu gehören Ausstellungen und Forschungsarbeiten zum Außenlager Allach, zu archäologischen Ausgrabungen sowie zur Gedenkstätte in Hebertshausen. Diese Initiativen erweitern die historische Aufarbeitung und machen weitere Aspekte des weit verzweigten Lagersystems sichtbar.
In 2019 new projects are presented on the history of the subcamps of the Dachau concentration camp. These include exhibitions and research studies on the Allach subcamp, on archaeological excavations, and the memorial at Hebertshausen. These initiatives extend the scope of research into the historical past and its reappraisal, bringing to light further aspects of the networked camp system.
Der Eingang zur Sonderausstellung „Zeitspuren. Der KZ-Außenlagerkomplex Allach“, 2020. © KZ-Gst. Dachau
The entrance to the temporary exhibition “Traces of the Past. The Allach Subcamp Complex”, 2020. © KZ-Gst. Dachau
Dachau 2020
Dachau 2020
COVID-19-Pandemie und zeitweise Schließung der Gedenkstätte
COVID-19 pandemic and temporary closing of the Memorial Site
Während der COVID-19-Pandemie blieb die KZ-Gedenkstätte Dachau erstmals über einen längeren Zeitraum für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Bildungsangebote, Rundgänge und Gedenkveranstaltungen wurden teilweise in digitale Formate verlegt. Auch die jährliche Befreiungsfeier wurde in diesem Jahr überwiegend virtuell durchgeführt.
During the COVID-19 pandemic, for the first time the Dachau Memorial Site remains closed to visitors over a long period. In some cases, education services, tours, and commemorative events are presented in digital formats. The annual liberation ceremony for this year is also largely held virtually.
Collage von Sprecherinnen und Sprechern bei der digitalen Gedenkveranstaltung zum 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau, 2021. © KZ-Gst. Dachau
A collage of speakers at the virtual commemoration of the 76th anniversary of the liberation of the Dachau concentration camp, 2021. © KZ-Gst. Dachau
Dachau 2021
Dachau 2021
Dokumentarfilm „Das Konzentrationslager Dachau“
The documentary film “The Dachau Concentration Camp”
Der Dokumentarfilm „Das Konzentrationslager Dachau“ wurde veröffentlicht. Der Film vermittelt anhand historischer Aufnahmen, Zeitzeugenberichten und wissenschaftlicher Forschung einen Überblick über Geschichte und Funktion des Lagers sowie über die Erinnerungskultur nach 1945. Er dient auch der Bildungsarbeit der Gedenkstätte.
The documentary film “The Dachau Concentration Camp” is published. Drawing on historical film material, the accounts of contemporary witnesses, and historical scholarship, the film provides an overview of the history and function of the camp as well as the culture of remembrance after 1945. It also serves as material for the Memorial Site’s education work.
Open-Air-Filmpremiere des Dokumentarfilms „Das Konzentrationslager Dachau“, 2021. © KZ-Gst. Dachau, C. Stadler
Open-air premiere of the documentary film “The Dachau Concentration Camp”, 2021. © KZ-Gst. Dachau, C. Stadler